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Warum verank Nûmenor?
Die Nûmenor Legenden sind Tolkiens Neuerzählung der Atlantissage (die Geschichte hierzu veröffentlicht im "Silmarillion" war betitelt als "The Akalabeth", was frei übersetzt etwa "Der Niedergang" lauten könnte). Nûmenor war eine Insel weit im Westen, ein Eiland, das den heldenhaften Edain (Menschen) des ersten Zeitalters gegeben worden war, die den Noldor in den Kriegen gegen Morgot beigestanden hatten.
(Die Linie der Könige von Nûmenor war entstanden durch Elronds Bruder Elros, der sich entschlossen hatte sterblich zu sein, sie führte indirekt zu Elendil dem Großen, dem ersten König von Arnor und Gondor und somit unter Umständen bis zu Aragorn, Arathorns Sohn)
Die religiöse Situation war geradezu typisch für eine Verbannung und den Niedergang. Die Nûmenorer, obwohl ihnen eine längere Lebenszeit als anderen Menschen gewährt wurde, blieben dennoch sterblich. Ihnen wurde auferlegt, niemals weiter nach Westen in das Unsterbliche Land zu segeln (Valinor). Nach einer Weile, vielleicht sogar zwangsläufig, als ihre Macht und ihr Wohlstand wuchs, begannen die Nûmnorer die Elben zu beneiden und sich nach der eigenen Unsterblichkeit zu sehnen und waren mit ihren bestehenden Lebensumständen nicht mehr zufrieden. Sie schafften es, sich davon zu überzeugen, dass physische Kontrolle über die Unsterblichen Lande irgendwie zu ihrer eigenen Unsterblichkeit führen würde (was es nicht getan hätte). Wie dem auch sei, dennoch hatten sie sich auch eine ausreichende Weisheit bewahrt, ein solch unvernünftiges Vorhaben nicht zu versuchen. Bezeichnenderweise ereilte sie der Tod je früher, desto intensiver sie sich damit beschäftigten und ihre Lebensspanne schwand stetig.
Zum Ende des Zweiten Zeitalters hin forderte König Ar-Pharazon der Goldene Sauron zur Machtprobe um die Vorherrschaft in Mittelerde heraus. Die Nûmenorer gewannen den Konflikt und nahmen Suaron als Gefangenen mit nach Nûmenor. Immer noch den Einen Ring besitzend erlangte er schnell Kontrolle über die meisten der Nûmenorer, abgesehen von den Standfestesten und ihrer Führer, Amandil und seines Sohnes Elendil. Als der Tod Ar-Pharazons sich näherte ("Er fühlte seine Tage schwinden und war wie besessen von der Furcht vor dem Tod" RK, p. 317) konnte ihn Sauron letztlich durch arglistige Täuschungen davon überzeugen, Valinor anzugreifen.
Dies indes war ein großer Fehler, denn ein großer Spalt öffnete sich im Meer und Nûmenor stürzte in den Abgrund (Tolkien hatte einen öfters wiederkehrenden Traum der dieses Ereignis beschrieb, im "Herr der Ringe" ließ er diesen Faramir träumen, der es in "The Steward and the King" beschrieb).
‹bersetzer:
Fabian Lorenzen

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